
In der Medizin der letzten Jahrzehnte und in den angegliederten Therapieverfahren haben sich vielfältige Fachgebiete und Spezialisierungen entwickelt. Die Erkenntnisse und Erfolge in einzelnen Bereichen sind immens und haben zu großen Fortschritten in der Behandlung beigetragen.
Parallel hierzu haben sich die Krankheiten in unserer Gesellschaft deutlich verändert. Wo früher Infektionskrankheiten und Erkrankung wegen Mangelernährung im Vordergrund standen, sind es heute die Zivilisationskrankheiten, die auf einem veränderten und übermäßigen Lebensstil beruhen.
Durch die wissenschaftlichen Erfolge können inzwischen immer mehr Krankheiten behandelt werden, oftmals leider ohne, dass eine völlige Heilung erreicht werden kann. In der Folge sind neue chronische Krankheiten entstanden, die veränderte Strategien der Behandlung und auch der Patientenbegleitung erfordern.
Parallel hierzu haben sich auch viele unserer gesellschaftlichen Parameter verändert. Durch Individualisierung, den hohen Leistungsanspruch unserer nach marktwirtschaftlichen Kriterien ausgerichteten Gesellschaft und die zunehmende Globalisierung befinden sich die sozialen Strukturen und Werte in einem starken Umbruch.
Der Rückgang der sozialen Bindungsstrukturen, die Deinstallation von Vorbildern aus Gesellschaft, Kirche und Politik hat einhergehend mit der veränderten Situation im Gesundheitswesen und dem allgegenwärtigen Anspruch von unbegrenzter Leistungsfähigkeit zu einer weitreichenden Isolierung des Individuums im Krankheitsfall geführt.
Integrative Medizin heißt deshalb, den Menschen in seinem individuellen Umfeld, mit seinen persönlichen Erfahrungen und Möglichkeiten, anzusprechen.
Ziel ist, dass Therapeut und Patient gemeinsam für die individuelle Situation des Patienten ein im weitesten Sinne ganzheitliches Therapiekonzept entwickeln.
Hierbei geht das integrative Medizinverständnis von einem komplexen Zusammenspiel verschiedener individueller sozialer und persönlicher Faktoren aus.
|